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Verschwitzt wurden wir gegen 20:00 bei der Hotelrezeption abgeholt und mit ca. 7 anderen Urlaubern zum Bahnhof gebracht. Dort gings dann wie immer drunter und drueber, da der eine Guide nicht wusste was der andere tat … eine Stunde spaeter sassen bzw. lagen wir dann endlich in unserem “Hard-Sleeper” Abteil. Bei der vietnamesischen Bahn gibts sozusagen 4 Klassen: Hard Seats = Holzbaenke, Soft Seats = normale Sitze wie z.b. bei der OEBB, Hard Sleeper = 6er Abteil mit duennen, aber bequemen Matratzen, Soft Sleeper = 4er Abteil mit ganz weichen Matrazen… in unserem Zug gabs dann noch ein paar Schnoeselgarnituren mit luxurioesen 2er Abteilen inkl. noblem Speisewagoon fuer Reiche.
Um ca. 21.45 fuhr der Zug dann ab und mit einem gemuetlichen Bierchen in der Hand gings ab in Richtung Sapa. Wir erklaerten unseren beiden vietnamesischen Mitreisenden (duerfte ein Ehepaar gewesen sein) wo Oesterreich liegt, unterhielten uns noch ein bisschen mit Haenden und Fuessen und dann wurde geknackt.
Um ca. 2:00 frueh wachten wir auf und bemerkten, dass der Zug im Bahnhof von Yen Bai stehengeblieben war. Wir wunderten uns, warum der Zug bloss so lange im Bahnhof stehen bleibt und schliefen schliesslich weiter. In der Frueh gings dann eh schon hektisch zu am Bahnhof, einige Leute waren ausgestiegen und eilten am Bahnhof umher. Die Schaffnerinnen konnten kein Englisch, deuteten uns aber, im Zug zu bleiben. Von anderen Touristen hoerten wir schliesslich einige vage Informationen, von wegen dass es auf der Strecke vor uns einen Erdrutsch auf die Bahnstrecke gegeben haben soll und hinter uns ein Unfall passiert sein soll, weshalb der Zug nun in Yen Bai steht. Aber sobald alles wieder passt wird er zurueck nach Hanoi fahren.
Unsere 2 Kabinengenossen deuten uns mit den Haenden wie gross ich bin und dann bis zu meinen Schultern… und dann machten sie sich aus dem Staub. Da wir kaum Informationen hatten, die Schaffnerinnen uns deutete, im Zug zu bleiben und wir uns auch dachten, dass der Zug bald wieder zurueck nach Hanoi fahren wuerde, blieben wir brav im Zug und versuchten, englischsprachige Mitreisende aufzutreiben.
Schliesslich stiegen wir doch aus und sahen die Bescherung. Die Strasse hinterm Bahnhofsgebaeude stand bereits unter Wasser! Die Schienen und Bahnsteige auf der anderen Seite sowie die Geschaefter waren allerdings noch trocken und nachdem uns gesagt wurde, dass das Wasser bald wieder zurueck gehen wuerde und der Zug am Abend zurueck nach Hanoi fahren wird, machten wir uns weiter keine Sorgen, kauften uns ein paar Broetchen und setzten uns wieder in den Zug.
Die Zeit verging und schoen langsam wurde ersichtlich, dass das Wasser nicht zurueckgehen wird. Im Gegenteil, die Geschaefter vorm Bahnhof standen immer mehr im Wasser, die Schweine, welche sich ins Trockene gerettet haben, fluechteten immer weiter Richtung Bahnhofsgebaeude und zwischen den Gleisen stand auch schon etwas Wasser. Die ersten Touristen fluechteten die Schienen entlang in beide Richtungen. Da wir keine sicheren Informationen hatten blieben wir im Zug bzw. im Bahnhofsgebaeude. Mittlerweile konnte man beobachten, wie das Wasser auch schon die Schienen entlang hinabfloss und stetig stieg.
Sicherheitshalber holten wir uns noch Wasserflaschen und Broetchen von den bereits knoecheltief unter Wasser stehenden Geschaeftern. Als Mittagessen gabs trockenen Reis mit Mais, den Frauen im Zug fuer 35.000 Dong pro Portion verkauften – nicht sehr befriedigend, aber ansonsten gabs rund ums derweil noch halbwegs trockene Bahnhofsareal nur Brot, Kekse und Chips
Von aussen sahen wir, dass die feinen Leute vom Schnoeselabteil gerade bei einem Glaeschen Rotwein sassen und wohl gerade Mittagessen bekamen…
Die Situation wurde von Minute zu Minute unangenehmer, die Klos im Zug waren komplett verstopft, das Wasser auf den Schienen stieg und stieg, Faekalien und Dreck schwamm in der Bruehe und Touristen stapften mit vollem Gepaeck vom einen zum anderen Ende des Bahnhofs. Nussschalen und kleine Boote pendelten zum Bahnsteig bzw. zum Haupteingang, und ein paar Leute liessen sich von ihnen abtransportieren. Wir trafen ein Schweizer Paerchen, welches uns erzaehlte, dass sie sich einer Reisegruppe anschliessen wollen, deren Guide einen Abtransport organsiert haben soll. Wir packten unser Gepaeck und folgten ihnen zum Bahnhofsgebaeude, wo bereits 100e Reisende auf ein Boot warteten. Keiner wusste wohin, aber die meisten wollten schleunigst weg. Viele andere Reisende hingegen versicherten uns, die Nacht unter allen Umstaenden im Zug verbringen zu wollen.
Nach einer halben Stunde gingen wir zu den Bahnsteigen, da dort ebenfalls Boote umherpendelten. Die Schweizer wurden von einer Nussschale abtransportiert, und wir warteten hier eine weitere halbe Stunde. Im Zug sassen noch sehr viele Leute, vor allem weigerten sich die meisten Reisenden aus den Luxuswagoons, auszusteigen. Der Dieselgenerator des Zuges werkte noch fleissig um die Zugabteile mit Strom zu versorgen und die Klimaanlagen zu betreiben, allerdings musste der Strom in den Luxusabteilen abgestellt werden, da dieser schon zu weit im Wasser stand. Da kein Boot mehr kam, machten wir uns mit dem Kellner von der Luxusgarnitur (der konnte Englisch) zum Bahnsteig auf und er organisierte uns ein Boot zu einem nahegelegenen Hotel, welches allerdings auch unter Wasser stand.
Elegant gleitete das Boot in die Hotelrezeption, die bereits bis zum Rezeptionstisch unter Wasser stand und wir gingen die Treppen hinauf in den 3ten Stock. Das Hotel war sogar relativ schoen, wir bekamen ein riesiges 5 Bettzimmer mit Balkon und schoenem Ausblick ueber die ueberflutete Strasse und den Bahnhof. Vom Dach des Hotels sah man auf der anderen Seite den reissenden Fluss, von dem wir nicht allzuweit weg waren. Strom gab es zwar keinen mehr, aber in den Wassertanks befand sich anscheinend noch genuegend Wasser fuer eine dringend noetige Dusche.
Ein wenig spaeter kamen 2 amerikanische Familien mit insgesamt 5 kleinen Kindern im Hotel an, die 2 Zimmer neben uns belegten. Als Abendessen bekamen wir 2 Packungen koestliche Muffins mit Cremefuellung, jeder 6 Stueck, die wir uns gut einteilten, da wir ja nicht wusste, wanns das naechste mal was zu Essen gibt. Im ganzen Haus stank es nach Diesel und Benzin, vermutlich aufgrund der vielen untergegangen Motos, deren Treibstoffe sich nun in die Fluten mischten. Bis zur Daemmerung wurden noch viele Leute evakuiert und mit den Booten vom Bahnhof abtransportiert. Die meisten Vietnamesen hatten allerdings ihren Spass in den Fluten, so fuhren einige mit dem Fahrrad durch die ueberschwemmten Strassen oder liessen sich, an Styroporboxen geklammert, die Strasse hinabtreiben.
In der Nacht regnete es die meiste Zeit aeusserst heftig und einmal hoerte man die Schweine vom Bahnhof laut quieken. Am naechsten Tag war der Wasserstand bestimmt um 1 Meter hoeher und er Stieg von Stunde zu Stunde. Die Leute, die im Zug ausgeharrt haben, bekommen spaetestens jetzt nasse Fuesse. Zu Mittag gabs dann koestliche Instantnudeln, ueber die wir uns wie die Barbaren stuerzten.
David – Investmentbanker und Familienoberhaupt einer der 2 Familien nebenan – erzaehlt uns, dass in den naechsten 2 Stunden ein Boot kommen wird, welches ihn und seine Familie rausholen werde, eventuell sei noch Platz fuer uns. Ausserdem gaben wir ihm unsere Namen und Passnummern, die sein Kollege an die oesterreichische Botschaft weiterleitete.
Nach einigen Stunden kam dann tatsaechlich ein kleiner Vietnamese auf einem Boot, um uns da rauszuholen. Da es sich um eine kleine Nussschale handelte, fur diese 4 mal, um uns Stueck fuer Stueck ins Trockene zu bringen. Zuerst gings durch die mit Wasser angefuellte Rezeption und dann die Strasse entlang. Die Vietnamesen rund um uns im Wasser oder auf ihren Balkons schienen ihre Freude zu haben und winkten uns froehlich zu. Einer stand im Wasser und schreite mir auf Deutsch zu: Schwimmen! Schwimmen macht Spass! Nach ca. 1 km kamen wir schliesslich zu einer hoehergelegenen Strasse, wo bereits ein Menschenauflauf auf uns wartete.
Nobel wurden wir von einem Auto abgeholt – alle anderen Touristen wurden in einen Bus gesteckt – und einige km weiter in ein schoenes Hotel gefahren. Nachdem das Hotel voll war, verabschiedeten wir uns von Dave und den Anderen und wurden 5 km weiter in ein anderes schoenes Hotel gesteckt. Ein ziemlich kitschiges Hotel mit Wendeltreppe mit darunterliegendem Fischteich, Elefantenswimmingpool mit Wasserrutsche sowie einigen Bungalows zwischen Bambusstauden, die wirken, als stuenden sie im tiefsten Regenwald.
Der serioese Securitymann, der uns mit dem Boot und Auto ins Hotel gebracht hatte, erklaert uns dann, uns fuer US $ 2.000,00 nach Hanoi bringen zu koennen, da aufgrund der Landslides und Ueberschwemmungen ein Jeep noetig waere und es so schwer sei sicher nach Hanoi zu kommen. Waehrend ich und Bernie in unseren Bungalow eincheckten, handelten die anderen beiden den Securitymann auf US $ 1.000,00 runter
Der einzige verlaessliche Weg, zu erfahren, wie sicher die Strasse nach Hanoi sei, war wohl, bei der Botschaft anzurufen. Da diese an einem Sonntag nicht erreichbar ist, fuhren wir spaeter mit dem Taxi zurueck ins andere Hotel, um mit David und den anderen ueber den Ruecktransport nach Hanoi zu sprechen. Ohne verlaessliche Informationen kommt fuer keinen von uns eine Rueckfahrt in Frage.
Der Bungalow im Regenwald war wohl die interessanteste Behausung bis jetzt. Frisch und munter gings um 6:00 in den schoenen Hotelpool um dann gabs Fruehstueck. Auf einmal tauchte David und die Familie mit einem grossen Mercedes Bus auf und erklaerten uns, sie wuerden uns kostenlos mit nach Hanoi nehmen! Wenig spaeter gings schon los und es ging die matschigen und holprigen Strassen Richtung Hanoi. Die ganzen Muren waren bereits groesstenteils weggeraeumt und die Strasse war zumindest einspurig befahrbar. Nach einigen Stunden kamen wir sicher in Hanoi an und marschierten vom noblen Sofitel Metropol zu unserem bescheidenen Guesthouse. Unser Rezeptionist meinte sogar, dass wir unser Geld zurueckbekommen werden, wow!
Thank You David![/lang_de]

















nein, was du alles erlebst. bist ja ein richtiger halodri!
in der schule wuerdest du einen einser fuers geschichte schreiben bekommen!!
komm gesund nach hause,
viele bussis